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Windstärke 17 von Caroline Wahl

Caroline Wahl, Windstärke 17

In ihrem hervorragenden und mehrfach preisgekrönten Debut, 22 Bahnen, erzählt Caroline Wahl von Tilda und ihrer dysfunktionalen Einelternfamilie. Die icherzählende und autodiegetische Protagonistin kümmert sich um ihre alkoholkranke Mutter und übernimmt deren Rolle für die zehn Jahre jüngere Schwester Ida. Mit Tildas Umzug endet der Roman. Sie verlässt ihre Heimat, eine Kleinstadt, um nach reiflicher Überlegung eine Promotionsstelle in Berlin anzutreten, die ihr, der hochtalentierten Mathematik-Studentin, kurz vor Abschluss des Masters angeboten wurde.

Ungefähr zehn Jahre später setzt die Handlung von Windstärke 17 ein. Nun nimmt die junge Autorin Ida in den Blick, die nach dem Suizid der Mutter mit heftigen Schuldgefühlen zu kämpfen hat, weil sie exakt an dem Wochenende, als die Überdosis an Psychopharmaka und Unmengen an Wodka zum Tod führten, mit ihrer besten Freundin in Prag war. Nachdem sie ihre Mutter tot aufgefunden und Tilda informiert hat, ist Ida traumatisiert und so paralysiert, dass sie nicht in der Lage ist, auf die Beerdigung zu gehen. Zwei Monate später packt sie – verlässt die Wohnung, die gekündigt wurde und fährt nicht nach Hamburg, wo Tilda, inzwischen Mathematikprofessorin, mit ihrem Mann Viktor und ihren fünfjährigen Zwillingen wohnt. Eher zufällig wählt Ida einen Zug nach Stralsund.

Dort steigt sie in den Regionalzug nach Binz, begibt sich an den Ostseestrand und schwimmt wagemutig bei hohem Wellengang. Einen Job findet sie in einer Kneipe abseits der Strandpromenade. Als Ida einen Schwächeanfall erleidet, bittet Knut, der Inhaber, seine Frau Marianne, ungefähr Ende 60 und pensionierte Grundschulrektorin, Ida zu ihnen nach Hause zu holen. Dort wird sie einquartiert, folgt einem geregelten Tagesablauf, der schnell ins Wanken gerät, als Marianne von ihrer Krebsdiagnose berichtet.