Literatur-Weltstar Chimamanda Ngozi Adichie hat ihre Fans seit dem Erfolgsessay «We Should All Be Feminists» lange auf einen neuen Roman warten lassen. Jetzt ist «Dream Count» erschienen – und übertrifft alle Erwartungen. So jedenfalls wird es in den Rezensionen beschrieben. «Dream Count» lehnt sich an den Ausdruck «Body Count» an: die Anzahl getöteter Personen im Krieg oder umgangssprachlich die Anzahl der Sexualpartner einer Person. Im Fall von Chimamanda Ngozi Adichies neuem Roman bedeutet «Dream Count» wohl die Anzahl toter oder aufgeschobener Träume – die Träume aller vier Protagonistinnen im Buch.
Anwältin Zikora, die skrupellose Bankerin Omelogor und Reiseschriftstellerin Chiamaka sind enge Freundinnen, die sich aus Nigeria kennen und teilweise in den USA leben. Nicht immer ist alles harmonisch im Trio, sie stehen sich trotzdem nahe, tauschen sich über vieles aus, solidarisieren sich. So unterschiedlich sie sind, die eine selbstbewusst, die andere unterwürfig, sie alle leben in mehreren Kulturen, sind zumindest nach aussen hin selbstbestimmt und wollen sich von den Erwartungen der älteren Generationen befreien. Kurz: Sie wollen herausfinden, was sie für ein Leben leben wollen. Dabei steht vor allem ein Wunsch im Zentrum, der gleich auch der erste Satz des Romans ist: «Ich habe mich immer danach gesehnt, von einem anderen Menschen erkannt zu werden, wirklich erkannt.»