In der grossen Aula sitzen 500 Leute, die Preisverleihung für gelebte Diversität war in vollem Gange. Dann passiert es: Angst, Panik, Gewalt. Was genau geschah am 13. Februar im Schulzentrum-Süd? Kommt drauf an, wen man fragt: Mohammed hat eine Perspektive. Und Emilia auch. Die Presse, der Schulleiter, die Polizei: Alle schauen auf das, was passiert ist, durch die eigene Brille – mit mehr oder weniger fixen Vorurteilen. Musa und Jakob machen etwas gegen die Verwirrung: Sie stellen ein Buch zusammen. Minutiös ordnen sie die Aussagen, Dokumente, sowie die zahllosen Sprachnachrichten von Mohammed.
Kornelia Wald und Houssein Kahin geben uns eine Menge dokumentarisches Rohmaterial an die Hand, Regie im Narrativ müssen die Lesenden dieses Mal selbst führen. Das erfordert von den jugendlichen Lesenden Medien- und Quellenkompetenz und fördert diese gleichzeitig auf originelle Weise, weil die Auseinandersetzung mit der Glaubwürdigkeit der Aussagen der Vielzahl an Protagonisten im Plot zentral wird. Wessen Perspektive geben wir das grösste Gewicht? Manche Blickwinkel sind schwer zu ertragen: Rassistische Gedanken einer Figur, ausbuchstabiert, machen deutlich, wie schon junge Menschen durch Glauben an menschenverachtende Ideologien zu Gewalt in der Lage sind. (Rezension: Stiftung Lesen)
Die Tasche ist ein Bookstar-Buch – aber auch für Erwachsene eine empfehlenswerte Lektüre.