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Wie Risse in der Erde von Clare Leslie Hall

Clare Leslie Hall, Wie Risse in der Erde

Rezension von Mike Altwicker, WDR

Diese Geschichte überwältigt und wühlt auf! 1955: Beth ist 17 Jahre alt und gerade auf dem Weg, in Oxford ein Studium zu beginnen, als sie sich in Gabriel verliebt, der unglaublich charismatisch ist. Obwohl sie durch ihre gemeinsame Liebe zur Literatur Seelenverwandte sind, die einander gesucht und gefunden haben, zerbricht das Glück am Ende des Sommers. Wie gewonnen, so zerronnen.
Dreizehn Jahre später ist Beth mit Frank verheiratet, der schon als Teenager in sie verliebt war und sich nach ihrer Trennung von Gabriel liebevoll um sie gekümmert hat. Zusammen mit Franks Bruder lebt das Paar auf einer kleinen Schaffarm im Süden Englands. Gemeinsam durchstehen die beiden jede Probe, die das Leben für sie bereithält.
Dann kehrt Gabriel, mittlerweile ein erfolgreicher Autor, mit seinem Sohn Leo ins Dorf zurück. Gabriel hat sich gerade von seiner Frau getrennt und auch bei Beth kommen die alten Gefühle wieder hoch – bis es zur Katastrophe kommt und alles in Frage gestellt wird.

An diesem Buch scheint alles perfekt: die Figuren, die man allesamt ins Herz schliesst, die Natur- und Landschaftsbeschreibungen, die von einem Englandurlaub träumen lassen. Und wer jetzt denkt, es sei ein Liebesroman, dem muss widersprochen werden. Es ist ein Familienroman, eine Liebesgeschichte und ein Thriller – in einem Satz: ein Buch, das man nicht aus der Hand legt, bevor man auf der letzten Seite angekommen ist. Emotional, aussergewöhnlich, beeindruckend und dramatisch.