«Das Erste, was du über mich wissen musst: Ich bin unglaublich dick. Ich esse, was ich will – und vor allem: wann ich will.»
So beginnt Liz Moore ihren Roman. Mit einem Satz, der sofort klar macht: Hier erzählt jemand schonungslos von sich selbst. Arthur Opp, ehemaliger Literaturprofessor, wiegt 250 Kilo und hat sein Haus in Brooklyn seit über einem Jahrzehnt nicht mehr verlassen. Der alleinstehende Arthur lebt zurückgezogen – und zunehmend verwahrlosend – vor sich hin. Arthurs Alltag: zwischen Lieferservice-Pappschachteln und Erinnerungen. Alles verläuft still, geordnet – und gleichzeitig voller Leere. Liz Moore erzählt diese Einsamkeit sehr genau, ohne grosses Drama, ohne Effekte.
Wer Liz Moore von ihren spannungsreichen Romanen wie «Der Gott des Waldes» kennt, sollte wissen: «Der andere Arthur» ist kein Krimi. Und auch kein Buch mit grossen Wendungen. Im Gegenteil: Es ist ein ruhiger, stellenweise auch repetitiver Roman über verpasste Beziehungen, über Scham und Selbstlüge – und über Einsamkeit.