Den Inhalt von Oroppa von Safae El Khannoussi wiederzugeben ist nicht ganz einfach, denn er ist einfach überbordend. Gerade am Anfang ist es ziemlich schwer, weder den Überblick noch den Faden zu verlieren. Zeitsprünge und Ortswechsel tragen zu dem Verwirrspiel zusätzlich bei. Erst ganz allmählich entwickelt sich daraus die Lebensgeschichte Salmas. Angefügt werden die «Angsthefte», neun Fragmente, die weitere Geschichten erzählen. Wenn man sich dem Erzählfluss hingibt, der einen nach Amsterdam, Paris, Casablanca und Tunis führt, ergibt sich allmählich eine durchaus lohnende Lektüre. Oroppa, die lautmalerische arabische Bezeichnung für Europa, Kontinent der Sehnsucht und der Enttäuschung, versinnbildlicht den Blick aus kritischer Entfernung. Eine gewisse Distanz und Verlorenheit bleibt trotz oder gerade wegen der Virtuosität und zeitweiligen Drastik, mit der hier erzählt wird, bei der Leserin bestehen.