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Der Junge im Taxi von Sylvain Prudhomme

Sylvain Prudhomme, Der Junge im TaxiGeschickt inszenert Sylvain Prudhomme familiäres Schweigen literarisch. Der Erzähler Simon stösst nach dem Tod des Grossvaters auf einen bislang verschwiegenen Onkel – «M.», gezeugt während der Besatzungszeit. Was als Spurensuche am Schreibtisch beginnt, wird zu einem Roadtrip an den Bodensee. Doch der französische Teil der Familie möchte dieses Unterfangen unterbinden: Die Mutter blockt, die Grossmutter droht gar mit Verstossung. Nur der alte Grossonkel Louis bricht das Schweigen und hilft Simon bei der Suche. Es kommt zu «rauschhaften Passagen ohne Interpunktion» und den psychologisch sensiblen Blick. Besonders interessant wird Franz, der angeheiratete deutsche Onkel: erst Klischee, dann Brückenbauer, loben Leserinnen. So verbindet Prudhomme intime Familiengeschichte mit verdrängter Nachkriegstrauer.