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Zauberflöte

Wolfgang Amadeus Mozart

Intensivprogramm zum Unerreichbaren
im 10-Jahresrhythmus

oder

Wie die Zeit vergeht!

Tja, als Musikpädagog*in ist man darum besorgt, den Jugendlichen Musik nicht nur im Klassenraum sondern auch im lokalen Umfeld der Schüler*innen mithilfe der kulturellen Einrichtungen, welche im näheren Kreis stationiert sind, näher zu bringen.

Wird dann auch noch Kunst eines Jahrtausendkünstlers präsentiert, MUSS man dem gerecht werden. Wolfgang Amadeus Mozart ist wohl unbestritten ein solcher Jahrtausendkünstler, seine bekannteste und beliebteste Oper die «Zauberflöte».

Das Theater St. Gallen scheint in einem dekadischen Rhythmus dieses Werk auf die Bühne zu bringen. Bereits vor zehn Jahren besuchte der gesamte erste Jahrgang eine Aufführung dieses Werks am St. Galler Theater.

Am Abend des ersten Dezembers dieses Jahres war es dann so weit. 93 Schüler*innen – wiederum der gesamte erste Jahrgang der Sproochbrugg - und 5 Lehrpersonen fuhren mit zwei Bussen um 18:40 zum TheaterUmbau neben der Tonhalle in St. Gallen. Wohlvorbereitet (das Leben und Wirken Mozarts, der Ablauf, Entstehungsgeschichte und Mozarts Absicht der «Zauberflöte», ihre Figuren und Stimmlagen, … alles war vorab erarbeitet worden, Papagenos Lieder konnten auswendig gesungen werden) und in den meisten Fällen bestens gekeleidet waren wir alle gespannt, was da auf uns zukommt – viele der Jugendlichen waren das erste Mal in einer Oper, manche vielleicht auch das einzige Mal.

Der Vorhang ging auf:  Die Zauberflöte - Trailer [mp4, 28.0 MB]

Die Schüler*innen der Sproochbrugg waren ziemlich beeindruckt, was technisch heute auf einer Bühne in kürzester Zeit möglich ist.
Wie erwartet kam die Figur des «Papageno» am besten an. Dies liegt schon in der Geschichte selbst begründet. Dass aber in dieser Inszenierung ein junger Bündner Sänger mit einer grossen Portion Schalk und Hang zur theatralen Blödelei gepaart mit einer hervorragenden Stimme sich im Ensemble des Theaters St. Gallen findet, ist ein Glücksfall. Äneas Humm ist zur Zeit ein fast unerreichbarer «Papageno». Äneas Humm - Ein Wunderkind wird erwachsen

Wie bereits vor zehn Jahren zeigte sich im zweiten Teil, dass auch eine Oper wie die «Zauberflöte» durchaus Längen aufweisen kann. Dennoch gab es keinen Moment, da sich die Jugendlichen nicht zu benehmen wussten.
Das Finale mit den grossen Chorszenen und allen Akteur*innen auf der Bühne fesselte aber wieder alle.
Ein Erlebnis, welches bei allen Spuren hinterlässt, wenn auch nicht dieselben.
So gesehen haben sich unsere Schüler*innen in den letzten zehn Jahren also gar nicht verändert.

… ich mich schon! Vor zehn Jahren war ich viel weniger nervös, ob die Jugendlichen gut genug vorbereitet in die Vorstellung kommen, ob sie sich auch «recht» benähmen.
Vor zwanzig Jahren, bei der vorletzten «Zauberflöte» in St. Gallen war ich gar nicht nervös – zumindest nicht wegen fast hundert Pubertierenden. Vor zwanzig Jahren übernahmen diese Rolle andere Musikpädagog*innen. Ich hatte keine Zeit.
Ich stand als «Tamino» auf der St. Galler Opernbühne, meine pädagogische Tätigkeit ruhte. Zauberton-Arie (Live-Mitschnitt von "Zauberflöte" vor 20 Jahren am Theater St. Gallen [mp3, 3.9 MB]

    

Stefan A. Rankl mit "Zu Hilfe, zu Hilfe..." [mp3, 1.6 MB]